Der Reggae in Deutschland

Der Reggae in Deutschland

Mit der Musikrichtung Reggae verbinden die meisten Menschen automatisch Jamaika und Bob Marley mit seinen Dreadlocks. Damit wird dieser großartigen Stilrichtung allerdings nicht gerecht. Reggae ist viel mehr. Hier verbinden sich kulturelle, religiöse und spirituelle Elemente miteinander und drücken ein gesamtes Lebensgefühl aus. Unter dem Oberbegriff Reggae verbergen sich zusätzlich noch weitere interessante Spielarten wie Ska, Ragga, Dub (Remix), Roots (basierend auf Rastafari-Musik um 1970 herum) und Dancehall (Reggae um 1980 herum). Selbst der amerikanische Hip-Hop nahm Elemente der Reggae-Musik in sich auf.

Dieser Stil bereichert die Musikszene eines jeden Landes, verleiht Elemente, ist richtungsweisend und abwechslungsreich. Das macht auch den Reggae aus Deutschland salonfähig und bringt eine Vielzahl an Anhängern im In- und Ausland. Tilmann Otto, der Sohn eines evangelischen Pfarrers aus Köln, transportiert, seit er volljährig ist, Reggae-Botschaften aus Deutschland in alle Welt. Als Sänger mit dem Künstlernamen Gentleman reiste er sogar auf die Karibikinsel Jamaika, um die dortige Reggae-Kultur in sich aufzunehmen, zu verarbeiten und zu verbreiten. International erfolgreich wird er heute sogar auf Jamaika sehr geschätzt.
Er ist jedoch nicht der einzige deutsche Sänger, der sich mit Reggae einen Namen gemacht hat. Mark Schlumberger, der sich kreativ Mellow Mark nennt, kämpft mit seiner Musik gegen Rechtsextremismus, internationale Kriege und für Fairness und eine bessere Klimapolitik. Auch bei ihm vereinigen sich mehrere Musikstile miteinander ohne die Abstammung von der eigentlichen Musikrichtung, des Reggae, zu verleugnen. Patrice hat seinen eigenen Musikstil, gemischt aus Reggae, Hip-Hop, R´n´B und Soul gefunden und gibt ihn leidenschaftlich wieder.

Der Sänger Martin Jondo bereichert ebenfalls die deutsche Reggaeszene und trägt zu ihrer internationalen Popularität bei. Der Roots-Reggaesänger, der eine koreanische Mutter hat, arbeitet bereits mit Gentleman und auch mit Mellow Mark zusammen und ließ sich so inspirieren. Die Berliner Gruppe Seeed wurde 1998 gegründet und erspielt sich mit ihrer Dancehallmusik dreimal den deutschen Musikpreis Echo. Gesungen wird sehr oft auf Patois, ein Kreolisch, das auf Jamaika gesprochen wird, zuzüglich einiger neuer sehr kreativer Wortschöpfungen.

Die Texte sind, außer in der Spielart Dancehall, die mehr der Partymusik zuzuordnen ist, häufig sehr sozialkritisch oder lassen sich mit dem Spruch make love not war umschreiben. Dazu passend wird das Kiffen als Ausdruck eines Lebensgefühls verherrlicht und in den Songtexten immer wieder zum Thema gemacht. Im Reggae werden meist Schlagzeug, E-Bass, E-Gitarre, Keyboard und Stimme eingesetzt. Dazu kommen häufiger einmal Blas- und Perkussionsinstrumente hinzu. Bei den Spielarten Dancehall und Ragga finden auch computergesteuerte Elemente und ein stark betontes Schlagzeug ihr Einsatzgebiet. Das zusammen macht den Reggae tanzbar und unterhaltsam.

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