Die Geschichte des Reggae
Heute ist der Reggae nicht mehr aus unserer Welt wegzudenken, doch wie er entstand, ist den wenigstens bewusst. Im Grunde genommen spiegeln sich im Reggae heute jedoch die geschichtlichen Entwicklungen Jamaikas innerhalb der letzten 500 Jahre wieder und das, obwohl Reggae in seiner heutigen Form erst seit knapp 50 Jahren bekannt ist.
Die Anfänge der Reggae-Vorläufer
Die ersten Anfänge des Reggae sind schon im 16. Jahrhundert zu finden. Damals wurden afrikanische Sklaven auf teilweise unmenschliche Art nach Jamaika deportiert. In Afrika war zur damaligen Zeit die Trommelmusik weit verbreitet und sie war auch das Einzige, was den damaligen Sklaven als Erinnerung an ihre Heimat blieb.
Vielfach nutzten die Sklaven religiöse Kulte, um sich an ihre Heimat zu erinnern und diese wurden von den Trommeln musikalisch verbreitet. Im Laufe der Jahre vermischten sich die Trommelmusik und die Elemente, die von den Missionaren aus der christlichen Lehre verbreitet wurde. In dieser Zeit entstand auch der bekannte Pocomania-Kult. Im 19. Jahrhundert dann wurden die Sklaven befreit, die afrikanische Trommelmusik verlor an Bedeutung, eine eher weltlich geprägte Trommelmusik, der Burru, kam auf. Er war dann auch der erste Eckpfeiler des heute bekannten Reggae.
Burru entwickelte sich allerdings nur auf Jamaika, auf den benachbarten karibischen Inseln entstanden andere musikalische Richtungen, wie die Karnevalsmusik. Sie verband die Volksmusik aus Europa mit afrikanischen Elementen. So entstanden Calypso auf Trinidad, Merengue auf Hispaniola, Rumba auf Kuba und Mento auf Jamaika. Mento stellte später den zweiten wichtigen Eckpfeiler des heutigen Reggae dar.
Das 20. Jahrhundert
Im 20. Jahrhundert, genauer in den 1950er Jahren, gewannen die Radios an Bedeutung. Vorwiegend amerikanische Sender aus Florida wurden auf Jamaika während jener Zeit empfangen und diese spielten fast den ganzen Tag lang Rhythm and Blues. Schnell waren die Musikstile Calypso und Mento nicht mehr gefragt, sondern Rhythm and Blues gewann an Bedeutung. Allerdings spielten die Sender diese Musikrichtung nur noch zehn Jahre, die jungen Jamaikaner, die sich zu Anhängern von Rhythm and Blues entwickelt hatten, konnten ihre geliebte Musik nicht mehr hören. Sie mussten eine neue Musik entwickeln.
So verbanden sie karibische Musikelemente mit den Elementen von Rhythm and Blues und es entstand ein Sound, zu dem es sich besonders gut tanzen ließ. Das war die Geburtsstunde des Ska, die 20 Jahre später auch Europa erreichte. Ende der 1960er Jahre begann man, den Rhythmus von Ska zu verlangsamen, dafür wurde der Bass stärker betont. Die Bläsersektion, die bisher nicht fehlen durfte, wurde weitestgehend eingestellt und es entstand die neue Musikrichtung Rocksteady. Diese ist der direkte Vorläufer des heutigen Reggae. Rocksteady konnte nur zwei Jahre bestehen, dann nahm man Änderungen vor: Der Rhythmus wurde wieder schneller, der Bass wurde noch weiter hervorgehoben und die rhythmisch verschobenen Elemente wurden verstärkt. Den Namen Reggae erhielt die Musikrichtung vermutlich von dem Song „Do the reggay“.
